Zwei Tage sind seit der Vereidigung vergangen. Ich sitze in der neuen Einsatzzentrale und gebe das Briefing für den ersten Einsatz.

„Wir haben Berichte darüber erhalten, dass an der Straße von Gibraltar zwei Boote der Anubien gesichtet wurden. Sie müssen mittlerweile in unserm Gebiet gelandet sein. Unser Auftrag lautet die feindlichen Individuen aufzuspüren und zu vernichten. Noch Fragen?“
„Sind wir zum Mittagessen zurück?“
Ein kleines Gelächter bricht aus. Mario hat schon Recht. Es kann nicht allzu schwer werden. Trotzdem habe ich ein ungutes Gefühl.

Das Gefühl verfolgt mich weiter im Flugzeug. Noch zwei Minuten bis zum Absprung. Ich lasse mir nichts anmerken. Tue so, als ob ich den Einsatz im Kopf durchgehe. Noch eine Minute. Jetzt muss ich mich aber wirklich konzentrieren. Absprung! Ich fühle, wie der Wind an mir vorbei rauscht, unter mir öffnen sich die Fallschirme, erst Marios und Dolchschwanzs, dann Ziras und Egars. Ich habe keinen Fallschirm. Ich breite meine Flügel aus und fliege. Ich liebe es. Für einen Moment sind alle Sorgen vergessen. Mein Team landet in der Nähe eines kleines Waldes. Meine Aufgabe ist es die Feinde zu lokalisieren.

Minuten vergehen. Dort am Horizont ich sehe sie. Zwölf Anubiens, sechs mit ägyptischen Krummschwertern, sechs mit modernen Gewehren. Ich gebe ihre Position über Funk an die Anderen. Es geht los!

Wir entscheiden ihnen etwas nördlich eine Falle zu stellen. Ich lande dort und verstecke mich hinter einem Gebüsch. Neben mir sind Mario und Zira. Dolchschwanz und Egar sind in einiger Entfernung versteckt. Wir hören die Anubiens näher kommen. Ich ziehe meine Pistolen. Mario nimmt sein Maschinengewehr. Zira hat keine Waffen; braucht sie auch nicht.

Anubiens sind schwer zu töten. Man muss ihren Kopf abtrennen oder vollständig zerstören.

Jetzt sind sie nah genug. Wir schnellen aus unseren Versteck hervor. Mario und ich eröffnen das Feuer. Zira schleudert einen totbringenden Ball nach dem nächsten. Die Anubiens mit den modernen Waffen Fallen wie die Fliegen. Doch die Schwertkämpfer sind so schnell, dass sie unsere Schüsse mit ihren Schwertern abwehren können. Also ziehen auch wir unsere Schwerter und umzingeln sie. Plötzlich stürmen sie auseinander und greifen an. Ich bekomme es mit zwei von ihnen zu tun. Ihre Hiebe hageln auf mich ein. Plötzlich sehe ich Zira hinter einen von beiden auftauchen. Schon fällt dieser tot um. Der Andere ist davon einen Augenblick abgelenkt. Diese Gelegenheit lass ich mir nicht entgehen und schlag ihm den Kopf ab. Mario hat mit seinem Katana ebenfalls zwei niedergestreckt. Dolchschwanz lenkt seinen Gegner mit seinen Schwanz ab und durchtrennt seinen Hals mit einem Hieb seines Kurzschwertes. Nur Egar hat Probleme mit seinen Kontrahenten, da seine Krallen zu kurz sind. Doch der letzte Anubien hat gegen die vereinigte Kraft von uns fünf keine Chance.

„Das war einfach. Was machen wir als nächstes?“
„Jetzt werd mal nicht überheblich Mario. Das waren nur zwölf, was machst du wenn uns Zwölftausend oder gar Zwölfmillionen...“
Das Funkgerät unterbricht mich.
„Gute Arbeit, Jungs und Mädchen, aber wir können euch keine Verschnaufpause gönnen. Wir haben einen weiteren Einsatz für euch. Nord-östlich von eurer Position verläuft eine als Landebahn nutzbare Straße dort werdet ihr abgeholt. Auf dem Flug gibt es weitere Anweisungen.“
Ich wende mich zu meinem Team.
„Ihr habt es gehört. Mit dem Mittagessen wird es nichts. Los geht's!“